14 Ağustos 2016 Pazar

1. Tod - Die Situation derer in dieser Welt und dem Jenseits, die keine Lehren aus dem Tod ziehen

1. Tod - Die Situation derer in dieser Welt und dem Jenseits, die keine Lehren aus dem Tod ziehen

Die Mehrheit der Leute hat nur unzulängliche Vorstellungen vom Tod. "Der Tod ist der Moment, an dem unser Leben endet" ist eine davon. Geht man jedoch einen Schritt weiter, so wird man begreifen, dass der Tod in Wahrheit der Anfangsmoment des nächsten Lebens ist. Die unwissende Annahme, der Tod sei das absolute Ende, bringt Ungläubige dazu, alles was sie erreichen wollen, in die sehr kurze Zeit dieses Lebens zu pressen. Darum wollen jene, welche die Wahrheit des Jenseits nicht erkennen, das beste aus diesem Leben machen, ohne einen Augenblick lang innezuhalten und nachzudenken. Ohne einen Unterschied zwischen richtig und falsch zu machen, versuchen sie, all ihre Wünsche in dieser Welt zufrieden zu stellen. Diese Haltung wird auf der Vorstellung gegründet, dass der Tod allen Freuden und allem Vergnügen in dieser Welt ein Ende bereiten wird. Sie glauben, noch lange Jahre noch vor sich zu haben und jagen langfristigen Plänen hinterher. Sie halten sich für sehr intelligent, während sie Gläubige, die einen unerschütterlichen Glauben an Gott und das Jenseits haben und sich darauf vorbereiten, als töricht betrachten. Dies ist eine der klassischen Methoden Satans, um den Menschen zu betrügen. Allah macht uns auf diese "täuschende Methode" im folgenden Vers aufmerksam:
Diejenigen, die den Rücken kehren, nachdem sie den richtigen Weg erkannt hatten, hat der Satan betört und ihnen falsche Hoffnung gemacht. (Sure 47:25 – Muhammad)
Er macht ihnen Versprechungen und weckt ihre Lüste; aber Satan macht ihnen nur trügerische Versprechungen. (Sure 4:120 – an-Nisa)
Während sie in dieser Welt Vermögen und Reichtum anhäufen, als ob ihr Leben ewig dauern würde, nehmen Ungläubige das Leben als einen Wettkampf wahr. Während ihres gesamten Lebens sind sie stolz auf ihr Eigentum und ihre Kinder. Dieser Stolz gibt ihnen einen Eindruck künstlicher Überlegenheit, welche sie dazu bringt, den Gedanken an das Jenseits völlig zu verdrängen. Doch die folgenden Verse enthüllen, was ihr Schicksal wegen dieser großen Täuschung sein wird:
Glauben sie etwa, dass das, was Wir ihnen an Vermögen und Kindern bescheren, Wir ihnen eilig als Vorschuss (auf das Jenseits) gewähren? Nein, sie verstehen es falsch. (Sure 23:55, 56 – al-Mu'minun)
Lasse dich nicht von ihrem Vermögen und ihren Kindern beeindrucken. Allah will sie damit nur im irdischen Leben strafen, weil ihre Seelen daran zu Grunde gehen, da sie ungläubig sind. (Sure 9:55 – at-Tauba)
Allah gibt dem Menschen viele Verwarnungen und Hinweise, um ihn dazu zu bringen, über den Tod und das Jenseits nachzudenken. In einem Vers macht Allah uns auf die Prüfungen dieser Welt aufmerksam, die dem Menschen als eine Warnung gegeben werden:
Sehen sie denn nicht, dass sie jedes Jahr einmal oder zweimal auf die Probe gestellt werden? Dennoch bereuen sie nicht und lassen sich nicht ermahnen. (Sure 9:126 – at-Tauba)
Tatsächlich begegnet die Mehrheit der Leute verschiedensten Prüfungen, damit sie häufig um Verzeihung und Vergebung bitten mögen. Diese Prüfungen können sehr selten auftreten, vielleicht einmal oder zweimal im Jahr, wie im obigen Vers erwähnt. Ansonsten sind sie vielleicht kleine, alltägliche Schwierigkeiten. Der Mensch sieht Unfälle, Todesfälle oder Verletzungen. Zeitungen sind voll von Geschichten über Katastrophen und Unglücke. In Anbetracht solcher Ereignisse sollte der Mensch sich daran erinnern, dass ihm selbst solche Unglücke zu jeder Zeit widerfahren können und in jedem Moment könnte seine Testperiode in diesem Leben beendet werden. Solch ein Bewusstsein bringt den Menschen dazu, sich an Allah zu wenden, Zuflucht bei Ihm zu suchen und Ihn um Verzeihung zu bitten.
Die Lehren, die Gläubige aus den Unglücken ziehen, denen sie begegnen, sind äußerst nützlich für sie. Jedoch haben die gleichen Ereignisse eine vollkommen andere Wirkung auf Ungläubige. Vom Gedanken an den Tod verschreckt, drehen Ungläubige der Realität des Todes den Rücken zu oder versuchen einfach, ihn zu vergessen. So suchen sie Erleichterung. Aber mit dieser täuschenden Methode schaden sie sich nur selbst. Denn Allah "begnadigt sie für eine bestimmte Zeitund entgegen dem, was sie denken, läuft diese Zeit gegen sie (Sure 16:61 – an-Nahl). In einem anderen Quranvers heißt es:
Und die Ungläubigen sollen ja nicht glauben, dass der ihnen von Uns gewährte Aufschub für ihre Seelen gut ist. Wir schenken ihnen langes Leben nur, damit sie in Sünde wachsen. Und für sie ist schmähliche Strafe.(Sure 3:178 – Al-'Imran)
Ein achtloser Mensch, der nicht einmal dann Lehren aus dem Tod zieht, wenn der Tod jemanden trifft, der ihm sehr nahe steht, zeigt sich gegenüber seinem Schöpfer auf einmal sehr aufrichtig und reuig, wenn er in Todesgefahr gerät. Dieses Verhalten wird im Quran in den folgenden Worten beschrieben:
Er ist es, der euch zu Land und See reisen lässt. Wenn ihr auf den Schiffen seid und sie mit ihnen bei gutem Wind dahineilen und sich dessen freuen, erfasst sie plötzlich ein Sturmwind, und Wogen überdecken sie von allen Seiten, so dass sie glauben, rings umschlossen zu sein. Da rufen sie Allah in lauterem Glauben: "Wahrlich, wenn Du uns hieraus errettest, sind wir Dir gewiss dankbar!" (Sure 10:22 – Yunus)
Doch nach ihrer Errettung kehren diese Leute zu ihrer früheren achtlosen Einstellung zurück. Sie vergessen ihr Versprechen, zeigen eine niedere und falsche Einstellung und während sie dies tun, haben sie nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Doch diese Unaufrichtigkeit wird am Jüngsten Tag gegen sie wirken:
Wenn Wir sie jedoch gerettet haben, üben sie auf Erden wieder Gewalt aus, ohne jede Rechtfertigung. O ihr Menschen! Euere Gewalttätigkeit richtet sich doch nur gegen euch selbst. Ihr genießt das irdische Leben ja nur im Nießbrauch. Dann ist euere Heimkehr zu Uns, und Wir werden euch eröffnen, was ihr getan habt. (Sure 10:23 – Yunus)
In seiner Verzweiflung versucht der Mensch, das Gleiche in Todesgefahr erneut zu tun, um abermals gerettet zu werden. Doch die Zeit, die für ihn bestimmt war, ist abgelaufen:
Erst wenn der Tod einem von ihnen naht, wird er sagen: "O mein Herr! Sende mich zurück, damit ich das Gute tue, das ich unterließ." Keineswegs! Das sind nur (leere) Worte, was er da spricht. Und hinter ihnen ist eine Schranke bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden.(Sure 23:99, 100 – al-Mu'minun)
Sähst du dann nur die Sünder, wie sie ihre Köpfe vor ihrem Herrn senken: "O unser Herr! Jetzt haben wir gesehen und gehört. Lass uns zurückkehren, so dass wir das Rechte tun. Siehe, (jetzt) haben wir Gewissheit"... Kostet denn (die Strafe) dafür, dass ihr die Begegnung mit diesem euerem Tag vergessen habt. Fürwahr, jetzt vergessen Wir euch. Kostet denn die ewige Strafe für euer Tun! (Sure 32:12-14 – al-Sadschda)
Die gleichen unnachgiebigen aber fruchtlosen Anstrengungen der Ungläubigen werden auch in der Hölle weitergehen:
Und darin werden sie schreien: "O unser Herr! Nimm uns heraus! Wir wollen rechtschaffen handeln, nicht wie wir zuvor gehandelt hatten." Gewährten Wir euch denn kein langes Leben, so dass jeder, der sich ermahnen lassen wollte, sich hätte besinnen können? Und der Warner kam (doch auch) zu euch. So kostet (die Strafe); denn die Missetäter haben keinen Helfer. (Sure 35:37 – al-Fatir)
Dieses sinnlose Flehen im Jenseits und das schmerzhafte Ende der Ungläubigen sind die Konsequenzen davon, dass diese Menschen den eigentlichen Zweck ihrer Existenz auf der Erde und deren Wert nicht erkannten. Jemand, der keinen Glauben hat, zieht keine Lehren aus den Ereignissen um ihn herum, hört nicht auf die Verwarnungen, die von Allah geschickt werden, ignoriert die Stimme seines Gewissens und betrachtet seinen eigenen Tod als unwahrscheinlich und fern. Er fällt den Wünschen der bösen Seite seiner Seele zum Opfer, anstatt Allahs Wohlgefallen zu suchen. All dies bereitet dem Tod schließlich den Weg, den Menschen plötzlich zu ergreifen und ihn in die verzweifelte Situation zu bringen, die in den oben zitierten Versen geschildert wird. Daher sollte man, bevor der Tod auf einen stößt, vom tiefen Schlaf der Achtlosigkeit erwachen, denn im Moment des Todes ist es hierfür zu spät:
Und spendet von dem, was Wir euch gaben, bevor zu einem von euch der Tod kommt und er ruft: "O mein Herr! Wenn Du mir nur für eine kleine Weile Aufschub gewährten wolltest, so würde ich Almosen geben und so zu einem der Rechtschaffenen werden!" Aber Allah gewährt einer Seele niemals Aufschub, wenn ihr Termin gekommen ist. Und Allah ist mit dem, was ihr tut, wohlvertraut. (Sure 63:10, 11 – al-Munafiqun)
Ein intelligenter Mensch sollte ständig den Tod im Hinterkopf haben, anstatt den Gedanken daran zu umgehen. Nur so kann er in Übereinstimmung mit Allahs Willen und Seinen Geboten leben und die böse Seite seiner Seele und Satan daran hindern, ihn mit diesem flüchtigen Leben zu betrügen. Tatsächlich ist die größte Gefahr für den Menschen, das Leben dieser Welt zu seinem einzigen Ziel zu machen. Unser Prophet (s.a.w.s) erinnerte die Gläubigen hieran mit seiner Bitte:
"Lasst keine weltlichen Angelegenheiten eure größte Sorge von allen sein." (überliefert durch Abdullah ibn Umar, Al-Tirmidhi, 783)

Sich auf den Tod vorbereiten

Diese Welt ist ein Ort, in dem der Mensch geprüft wird. Allah übertrug dem Menschen viele Verantwortungen in dieser Welt und informierte ihn über die Grenzen, die Er für ihn bestimmt hat. Wenn der Mensch diese Grenzen beachtet, seinen Aufgaben nachkommt und verbotene Dinge vermeidet, wird er persönliche Reife, tiefere Weisheit und höheres Bewusstsein erlangen. Mit solchen Eigenschaften zeigt ein Gläubiger unerschöpfliche Geduld, egal was ihm zustößt; er wendet sich nur zu Allah und bittet Ihn allein um Hilfe. Dies sind die Wege, Allah zu verehren und eine innere Ergebenheit und einen unendlichen Glauben an Ihn zu verspüren. Indem er den wahren Wert der Gnaden, die von Allah verliehen werden, erkennt, drückt er seine tiefere Dankbarkeit gegenüber Allah aus und fühlt sich Ihm näher. Infolgedessen wird er ein vollkommener Gläubiger, ausgestattet mit den überlegenen Eigenschaften von Weisheit und Moralität. Weiterhin wird er ein Mensch, der es verdient, das Paradies zu erlangen, den Ort der Vollendung und Perfektion. Doch wenn der Mensch sich nicht über die Realitäten dieser Welt bildet, wird er kein vorbildliches Verhalten an den Tag legen und bleibt, selbst wenn er vom materiellen Gesichtspunkt gesehen bestens dasteht, anfällig für alle Formen von Fehlern und Sünden.
Tatsächlich wurde der Prophet Adam auf die Erde geschickt, um Bildung und Wissen zu erhalten und wurde einer Prüfung, die absichtlich von Allah geschaffen wurde, unterzogen, um auf sein ewiges Leben vorbereitet zu werden. Am Ende wurde er eine bedeutende Person von überlegener Moral und edlem Charakter, die im Quran hoch gelobt wird.
Der Mensch wird im Laufe seines Lebens von unzähligen Ereignissen geprüft; ihr erfolgreiches Bewältigen beschert ihm Belohnungen in seinem ewigen Leben, während sein Scheitern ihm Bestrafung bringt. Niemand weiß, wann seine individuelle Prüfungszeit zu Ende sein wird. In den Worten des Quran ist"die Dauer eines jeden Lebens festgesetzt"(Sure 3:145 – Al-'Imran) Diese Dauer kann manchmal lang, manchmal auch sehr kurz sein. Die Wahrheit ist aber, dass selbst eine Dauer, die wir als lang betrachten, kaum jenseits von 7 oder 8 Jahrzehnten liegt.
Darum muss der Mensch, anstatt langfristige Pläne zu schmieden, sich vom Quran leiten lassen und nach seinen Prinzipien leben und wissen, dass er im Jenseits Rechenschaft über all seine Taten ablegen muss. Ein Scheitern, sich selbst auf das ewige Leben vorzubereiten, indem man die einzige Gelegenheit, die zu diesem Zweck gewährt wird, verpasst und sich für alle Ewigkeit die Hölle verdient, würde tatsächlich in einer qualvollen Situation enden. Es sollte nie vergessen werden, dass der einzige Bestimmungsort von jemandem, der auf ewig dem Paradies fern bleiben wird, kein anderer als die Hölle ist. Darum ist jeder Moment, der umsonst in dieser Welt verschwendet wird, ein gravierender Verlust und ein großer Schritt in Richtung eines grauenhaften Endes.
Diese Tatsache sollte Vorrang über alles andere in dieser Welt haben. Ebenso wie wir uns auf die Situationen vorbereiten, denen wir im Verlauf unseres Lebens gegenüberstehen werden, müssen wir ähnliche und noch größere Anstrengungen aufbringen, uns auf das nächste Leben vorzubereiten. Denn eines Tages werden wir diejenigen sein, die sterben. Wir werden alles, was nach dem Tod passieren wird, ganz allein erfahren. Deshalb geht dieses Thema "uns selbst" als erstes etwas an. Jenen, die ewige Rettung suchen, befiehlt unser Herr folgendes:
O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah! Und eine jede Seele habe auf das acht, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah! Allah weiß sehr wohl, was ihr tut. Und seid nicht wie diejenigen, welche Allah vergessen und die Er (damit) sich selbst vergessen ließ. Das sind die Entarteten. (Sure 59:18, 19 – al-Haschr)

2. Auferstehung - Einleitung

Kapitel 2 - Auferstehung

2. Auferstehung - Einleitung

Doch der Mensch will einfach weiter vor sich hin sündigen. Er fragt (spöttisch): "Wann ist der Tag der Auferstehung?" Doch wenn der Blick geblendet wird und der Mond sich verfinstert und Sonne und Mond sich verschmelzen, an diesem Tage wird der Mensch fragen: "Wo finden wir Zuflucht?" Doch nein! Es gibt keine Zuflucht! An diesem Tage endet jede Reise bei deinem Herrn. (Sure 75:5-12 – al-Qiyama)

Der Glaube an das Jenseits

Der Glaube an das Jenseits ist einer der wichtigsten Glaubenspfeiler des Islam. In der ersten Sure des Quran betont Allah, nach Erwähnung Seiner Eigenschaften "Der Erbarmer" und "Der Barmherzige", dass Er "der Herrscher am Tage des Gerichts" ist (Sure 1:3, 4 – al-Fatiha). Im dritten Vers der darauf folgenden Sure wird betont, dass Gläubige jene sind, "...die an das Verborgene glauben" (Sure 2:3 – al-Baqara).
Diese Vorstellung des "Verborgene" schließt auch die Auferstehung des Menschen nach dem Tod mit ein sowie den Tag der Auferstehung, Paradies und Hölle, kurz, alles, was mit dem Jenseits in Verbindung steht. Tatsächlich wird im nächsten Vers, dem 4. Vers der Sure al-Baqara, mit den Worten "...sie vertrauen fest aufs Jenseits" eine besondere Betonung auf den Glauben an das Jenseits gelegt.
Der Glaube an das Jenseits ist ein Zeichen wahren Glaubens, und somit sehr wichtig. Die Art von Glauben an das Jenseits, wie der Quran ihn definiert, resultiert in großer Zuversicht und Wahrhaftigkeit des Gläubigen. Jemand, der an das Jenseits glaubt, besitzt bereits bedingungslosen Glauben an Gott, Sein Buch und Seinen Boten. Solch ein Individuum weiß, dass Gott die Macht über alle Dinge hat und dass Seine Worte und Versprechen wahr sind. Infolgedessen hat er niemals Zweifel über das Jenseits. Bevor er diese Tatsachen sieht und erlebt, hat er bereits festen Glauben an sie, als ob er sie schon gesehen hat. Dies ist die natürliche Folge seines Glaubens und Gottvertrauens und der Weisheit, die ihm gewährt wurde. Weiterhin umfasst ein unerschütterlicher Glaube an das Jenseits, rein von irgendwelchen Zweifeln, den Glaube an die Existenz Gottes sowie den Glaube an Seine Eigenschaften, wie im Quran erklärt, und vollkommenes Vertrauen und Ergebenheit zu Ihm. Dieser Glaube bringt den Menschen auch dazu, Gott im Alltag zu erkennen und ihn gebührend zu würdigen. Dies ist die Art von Glauben, die Allah als wertvoll bezeichnet.
Aus dem Vorhergehenden wird deutlich, dass wahre und vollkommene Überzeugung auf einem unerschütterlichen Glauben an das Jenseits gründet. An vielen Stellen im Quran gibt es Hinweise auf Ungläubige, die das Jenseits leugnen und seine Realität anzweifeln. In der Tat glaubt die Mehrheit dieser Leute jedoch an die Existenz Gottes. Was sie jedoch irreführt, sind nicht Fragen bezüglich der Existenz Gottes, sondern Fragen, die Seine Eigenschaften betreffen. Einige glauben, dass Gott anfangs alles schuf, und dann den Menschen sich selbst überließ. Andere glauben, dass Gott den Menschen schuf, aber dass es das Individuum selbst ist, das sein eigenes Schicksal bestimmt. Eine andere Gruppe denkt, dass Gott die innersten Gedanken und Geheimnisse des Menschen nicht kennt. Einige glauben an die Existenz Gottes, aber lehnen jede Form von Religion ab. Die letztgenannte Art von Menschen wird im Quran folgendermaßen beschrieben:
Und sie schätzen Allah nicht richtig ein, wenn sie sagen: "Allah hat keinem Menschen etwas geoffenbart..." (Sure 6:91 – al-An'am)
Menschen, die die Existenz Gottes zwar nicht abstreiten, aber Gott nicht verehren, wie es Ihm gebührt und das Jenseits leugnen, haben keinen wahren Glauben. Tatsächlich ist die Anzahl von Menschen, welche die Existenz des Schöpfers abstreiten, sehr gering, doch viele von ihnen haben keine vollkommene Überzeugung. Aus diesem Grund findet man im Quran nicht viel Erwähnung von Leuten, die Gott leugnen. Dagegen findet man jedoch umfangreiche Hinweise auf Leute, die Gott Partner zuschreiben, die die Auferstehung nach dem Tod, den Jüngsten Tag, das Paradies, die Hölle und alle Einzelheiten und Aspekte leugnen, die zum Glauben an das Jenseits gehören.
Obwohl das Jenseits eine Tatsache ist, die nicht mit den fünf Sinnen wahrgenommen werden kann, schuf Allah es zusammen mit unzähligen Beweisen und Zeichen, damit unser Verstand leicht ein grundlegendes Verständnis davon erhalten kann. Der Mensch, der der Prüfung in dieser Welt unterzogen wird, kann diese Tatsache nicht mit den fünf Sinnen erkennen, sondern mit Weisheit und Gewissen. Der durchschnittliche Mensch erkennt, wenn er seine Umwelt betrachtet, leicht, dass alles in dieser Welt, einschließlich er selbst, nicht als ein Ergebnis reinen Zufalles entstanden sein kann, sondern vielmehr durch die überlegene Macht eines Schöpfers - das Wissen, den Willen und die Kontrolle Allahs. Dann begreift er, dass die Schöpfung des Jenseits für Allah einfach ist und dass es die natürlichste und logischste Folge des Lebens in dieser Welt ist. Weiterhin erkennt er, dass Allahs Weisheit und Gerechtigkeit die Existenz des Jenseits zwangsläufig mit sich bringen.
Obwohl dies so offensichtlich ist, weigert sich jemand, der gegen die Gebote Allahs verstößt, die Idee der Auferstehung nach dem Tod zu akzeptieren. Als ein Mensch, der sein Leben für die Erfüllung seiner egoistischen Wünsche verschwendet, ist er nicht bereit für die Vorstellung, dass er nach dem Tod vor Allah Rechenschaft über all seine Taten in diesem Leben ablegen muss. Darum zieht er es vor, obwohl er prinzipiell an die Existenz Allahs glaubt, die Stimme seines Gewissens zu unterdrücken und sich selbst zu betrügen. In solch einer Dimension gefangen beginnt ein Ungläubiger, unkluge, inkonsistente und irrationale Vergleiche ohne irgendwelche tiefere Überlegungen zu ziehen, um die Auferstehung und das Jenseits zu bestreiten:
Und er stellt mit Uns Vergleiche an und vergisst dabei, dass er selbst eine Schöpfung ist. Er spricht: "Wer belebt die Gebeine, wenn sie zerfallen sind?" (Sure 36:78 – Ya Sin)
Diese rhetorische Frage, die bloß gestellt wird, um der Wirklichkeit zu entkommen und sich selbst zu betrügen, hat jedoch eine explizite Antwort:
Sprich: "Leben wird ihnen Der wiedergeben, Welcher sie zum ersten Mal erschuf, denn Er kennt jegliche Schöpfung." (Sure 36:79 – Ya Sin)
Im Quran macht Allah klar, dass solche inkonsistenten Vergleiche typisch für die Ungläubigen sind:
Diejenigen, welche nicht an das Jenseits glauben, sind von schlechtem Wesen. Allah hingegen hat alle Eigenschaften in Vollkommenheit, und Er ist der Edle, der Weise. (Sure 16:60 – an-Nahl)
Viele versuchen, ihre Haltung zu rechtfertigen, indem sie folgendes sprechen:
Sprechen werden sie: "Werden wir wirklich in unseren früheren Zustand zurückgebracht? Selbst wenn wir verweste Gebeine waren?" Sie sprechen: "Dies wäre wahrlich eine verlustreiche Wiederkehr!" (Sure 79:10-12 – an-Nazi'at)
Obwohl sie oft davon überzeugt sind, zögern sie nicht, zu gestehen, dass die Existenz des Jenseits nicht mit ihren Zielen in diesem Leben zusammenpasst.
Der Ungläubige reduziert seine eigene Weisheit freiwillig. Er sieht die Irrationalität seiner eigenen Behauptungen, doch fährt mit großer Hartnäckigkeit fort, das Jenseits zu bestreiten, um sich psychologisch zufrieden zu stellen und sein Tun vor sich selbst zu rechtfertigen:
Und sie schwören bei Allah den feierlichsten Eid: "Allah erweckt niemand, der gestorben ist." Doch! Das ist eine wahre Verheißung - jedoch wissen es die meisten Menschen nicht. (Sure 16:38 – an-Nahl)
Diese Leute nehmen ihre Launen und Wünsche als Götter und äußern falsche Worte, um ihr Gewissen zu beruhigen und Zuflucht in ihnen zu suchen. Allah beschreibt den Zustand dieser Leute, welche die Existenz des Jenseits bestreiten, folgendermaßen:
Und wahrlich, Wir bestimmten viele der Dschinn und der Menschen für die Hölle. Herzen haben sie, mit denen sie nicht verstehen. Augen haben sie, mit denen sie nicht sehen. Und Ohren haben sie, mit denen sie nicht hören. Sie sind wie das Vieh, ja verirren sich noch mehr. Sie sind die Achtlosen. (Sure 7:179 – al-A'raf)

An einer anderen Stelle im Quran wird die Situation dieser Leute in den folgenden Worten beschrieben:
Was meinst du wohl? Wer seine Wünsche zu (seinem) Gott macht und wen Allah irregehen lässt - wissend, dass ihm Ohr und Herz versiegelt sind und dass auf seinen Augen eine Hülle liegt - wer wird ihn wohl rechtleiten, wenn nicht Allah? Wollen sie sich denn nicht ermahnen lassen? Sie aber sagen: "Es gibt nur unser irdisches Leben. Wir sterben und wir leben und nur der Zeitablauf macht uns zunichte." Sie haben davon aber kein Wissen; sie vermuten nur. (Sure 45:23, 24 – al-Dschathiya)

Die Wahrheit über das weltliche Leben

Ungläubige behaupten, dass es unmöglich sei, bestimmte Themen durch Gebrauch von Weisheit und Vernunft zu erfassen. Der Tod, die Auferstehung nach dem Tod und das Jenseits, so behaupten sie, seien solche Themen.
Wir können Parallelen zwischen diesen Vorstellungen und den Phänomenen des Schlafens und Träumens ziehen. Jemand, der eindringlich bestreitet, dass er nach dem Tod auferstehen wird und den Gedanken an den Tod stets vermeidet, ist sich nicht bewusst, dass er den Tod jede Nacht in seinem Schlaf erfährt und ebenso wieder aufersteht, wenn er morgens aufwacht. Die Informationen, die uns der Quran bezüglich des Schlafes gibt, sind von großer Hilfe um das Thema zu verstehen. Allah beschreibt den Schlaf im Quran folgendermaßen:
Allah nimmt zur Zeit ihres Todes die Seelen zu Sich, und (die Seelen) derer, welche nicht gestorben sind, in ihrem Schlaf. Diejenigen, über die Er den Tod verhängt hat, behält Er; die andern sendet Er zurück, bis zu einem bestimmten Termin. Darin sind fürwahr Zeichen für nachdenkliche Leute. (Sure 39:42 – az-Zumar)
Er ist es, der euch zu Sich nimmt zur Nacht, und Er weiß, was ihr während des Tages tun werdet, an dem Er euch erweckt, damit ein bestimmter Termin erfüllt wird. Zu Ihm ist euere Heimkehr. Dann lässt Er euch wissen, was ihr getan habt. (Sure 6:60 – al-An'am)
In den obigen Versen wird der Schlaf als Zustand des Todes bezeichnet. Es wird kein grundlegender Unterschied zwischen "Tod" und Schlaf gemacht. Was geschieht also während des Schlafes, der so erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem Tod hat?
Der Schlaf ist die Abreise der menschlichen Seele aus dem Körper, den sie einnimmt, während der Mensch wach ist. Beim Träumen erwirbt die Seele einen vollkommenen anderen Körper und beginnt, eine völlig andere Welt wahrzunehmen. Wir können niemals erkennen, dass wir träumen, während wir träumen. Wir verspüren Angst, Reue und Schmerz, wir regen uns auf oder sind glücklich. In unseren Träumen sind wir uns sicher, dass das, was uns zustößt, real ist und wir verhalten uns oft genau so, wie wenn wir wach sind.
Wenn es technisch möglich wäre, von außen einzuschreiten und dem Träumenden zu erzählen, dass das, was er sieht, bloße Gefühle und Illusionen sind, so würde er dies einfach ignorieren und glauben, dass man Spaß mit Ihm treibt. Diese Wahrnehmungen in den Träumen haben jedoch keine entsprechenden materiellen Bezugsobjekte in der externen Welt; das, was wir in unseren Träumen erfahren, ist die Summe der Bilder und Wahrnehmungen, die Allah auf unsere Seelen projiziert.
Der wichtigste Punkt hierbei ist die Tatsache, dass das gleiche göttliche Gesetz auch nach dem Aufwachen gilt. Allah bestätigt im Quran, dass Träume unter Seinem Willen und seiner Kontrolle liegen, wozu der folgende Vers ein Beispiel gibt: "Allah zeigte sie dir in deinem Traume als wenig zahlreich; hätte Er sie dir als sehr zahlreich gezeigt, wahrlich, ihr wärt kleinmütig gewesen und hättet über die Sache miteinander gehadert. Allah aber bewahrte euch (davor). Siehe, Er kennt das Innerste der Brüste. (Sure 8:43 – al-Anfal) Der Vers ''Und beim Zusammentreffen ließ Er sie in eueren Augen als wenige erscheinen und verkleinerte euch in ihren Augen, damit Allah eine Sache vollendete, die geschehen sollte. Und zu Allah kehren alle Dinge zurück.'' (Sure 8:44 – al-Anfal) macht deutlich, dass das gleiche Gesetz auch im täglichem Leben Gültigkeit hat. Die Tatsache, dass die Wahrnehmungen und Bilder, die wir von Materie haben, vollkommen dem Willen und der Schöpfung Allahs unterliegen und dass es außer ihnen keine Existenz in der externen Welt gibt, wird in der folgenden Strophe beschrieben:
Für euch gab es bereits ein Zeichen, als zwei Gruppen aufeinander stießen: Eine Gruppe kämpfte auf Allahs Weg, die andere war ungläubig. Die letzteren sahen sie mit eigenen Augen als doppelt soviel als sie selber. Und Allah stärkt mit Seiner Hilfe, wen Er will. Siehe, hierin ist wahrlich eine Lehre für die Verständigen.(Sure 3:13 – Al-'Imran)
Ebenso wie beim Träumen sind die Dinge, die wir im Verlauf des täglichem Lebens erfahren und von denen wir denken, dass sie materielle Bezugsobjekte in der Außenwelt haben, lediglich Bilder, die Allah auf unsere Seelen projiziert, zusammen mit den Gefühlen, die Er uns gleichzeitig spüren lässt. Geschehnisse und Handlungen, die zu unseren Körpern oder anderen Dingen dieser Welt gehören, existieren, weil Allah die entsprechenden Bilder und Wahrnehmungen schafft. Diese Tatsache wird im Quran erwähnt:
Nicht ihr erschlugt sie, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du warfst, als du warfst, sondern Allah warf. Er wollte die Gläubigen einer schönen Prüfung durch Sich unterziehen. Siehe, Allah ist hörend und wissend. (Sure 8:17 – al-Anfal)
Das gleiche göttliche Gesetz gilt für die Schöpfung des Jenseits und die dazugehörigen Bilder und Wahrnehmungen. Wenn der Tod eintritt, werden alle Verbindungen der Seele mit dieser Welt und diesem Körper abgebrochen. Die Seele aber ist ewig, weil Allah ihr "von Seinem Geist einatmete". Alles bezüglich des Lebens, des Todes, der Wiederbelebung und dem Leben im Jenseits besteht rein aus Wahrnehmungen, die von der ewigen Seele empfangen werden. Darum gibt es logischerweise keinen großen Unterschied zwischen der Schöpfung dieser Welt und der des Paradieses oder der Hölle. Ähnlich ist der Übergang von dieser Welt ins Jenseits nichts anderes als das Aufwachen nach einem Schlaf und das Fortfahren mit dem "wirklichen Leben".
Mit der Auferstehung beginnt ein neues Leben im Jenseits mit einem neuen Körper. Sobald die Wahrnehmungen, die zum Paradies oder zur Hölle gehören, auf die Seele projiziert werden, beginnt das Individuum, sie zu spüren. Allah, der Schöpfer von unendlichen Bildern, Stimmen, Gerüchen, Geschmäcken und Gefühlen, welche zu diesem Leben gehören, wird in gleicher Weise unendliche Bilder und Gefühle bezüglich des Paradieses und der Hölle erschaffen. Die Schöpfung all dessen ist für Allah leicht:
...wenn Er eine Sache beschließt, spricht Er nur zu ihr: "Sei!" und sie ist. (Sure 2:117 – al-Baqara)
Eine weitere bemerkenswerte Tatsache ist, dass, ebenso wie das Leben in dieser Welt im Vergleich zu Träumen schärfer und deutlicher erscheint, auch das Jenseits verglichen mit dem Leben in dieser Welt weitaus intensiver ist. Ebenso wie Träume verglichen mit diesem Leben kurz sind, so ist auch dieses Leben im Vergleich zum Jenseits äußerst kurz. Zeit ist bekanntlich nicht statisch, wie früher angenommen wurde, sondern eine relative Vorstellung. Dies ist eine Tatsache, die von der heutigen Wissenschaft bestätigt wird. Beim Träumen scheint ein Ereignis stundenlang zu dauern, während der Traum selbst nur einige Sekunden dauert. Selbst der längste Traum hat nur eine Dauer von maximal einer Minute. Trotzdem nimmt der Träumende an, dass er Stunden oder Tage erlebt. Der Quran gibt Hinweise auf die Relativität der Zeit:
Die Engel und der Geist steigen zu Ihm empor während eines Tages, der fünfzigtausend Jahre dauert. (Sure 70:4 – al-Ma'aridsch)
Er lenkt alle Dinge - vom Himmel bis zur Erde. Zu guter Letzt steigt alles zu Ihm empor an einem Tage, dessen Maß tausend Jahre von denen sind, die ihr zählt. (Sure 32:5 – al-Sadschda)
Ähnlich verbringt eine Person, die viele Jahre in dieser Welt lebt, nur ein unvorstellbar kurzes Leben im Vergleich mit dem Zeitkonzept des Jenseits. Die folgende Unterhaltung während der Beurteilung im Jenseits gibt diesbezüglich ein gutes Beispiel:
Er wird fragen: "Wie viele Jahre wart ihr auf Erden?" Sie werden sagen: "Wir waren wohl einen Tag oder nur den Teil eines Tages dort. Frag die, welche rechnen können." Er wird sprechen: "Ihr wart nur ganz kurz da, wenn ihr es nur wüsstet. Meint ihr etwa, Wir hätten euch zu Spiel und Zeitvertreib erschaffen und dass ihr nicht zu Uns zurückkehren müsst?" (Sure 23:112-115 – al-Mu'minun)
Es ist daher offensichtlich, dass das Riskieren seines ewigen Lebens aufgrund dieses vorübergehenden weltlichen Lebens eine unkluge Wahl wäre. Dies wird noch deutlicher, wenn man die Kürze des weltlichen Lebens im Vergleich zum Jenseits betrachtet.
Zusammengefasst kann man also sagen, dass die Dinge, die wir Materie nennen und von denen wir glauben, dass sie eine externe Existenz haben, nichts als Empfindungen sind, die von Allah auf die Seele des Menschen projiziert werden. Ein Mensch glaubt, dass sein Körper ihm gehört. Doch auch der Körper ist nichts als ein Bild, das Allah auf die Seele des Menschen projiziert. Allah verändert die Bilder, wann er es wünscht. Wenn das Bild des Körpers plötzlich verschwindet, und die Seele beginnt, neue Illusionen wahrzunehmen, in anderen Worten, wenn man stirbt, wird der Schleier über den Augen entfernt und man erkennt, dass der Tod kein Verschwinden ist, wie man angenommen hatte. Dies wird im Quran folgendermaßen beschrieben:
Und mit dem Todeskampf kommt die Wahrheit: "Das ist es, dem du stets entrinnen wolltest!" Und es wird in die Posaune gestoßen - das ist der angedrohte Tag! Und jede Seele wird mit einem Treiber und einem Zeugen kommen. "Du warst dessen völlig achtlos. Wir zogen deinen Schleier jetzt weg von dir, und heute ist dein Blick scharf." (Sure 50:19-22 – Qaf)
Ungläubige erlangen dadurch eine Erkenntnis der Wahrheit: 
Sie werden rufen: "Wehe uns! Wer hat uns aus unserem Schlaf geweckt? Das ist es, was der Erbarmer vorausgesagt hatte, und die Gesandten hatten doch die Wahrheit gesprochen!" (Sure 36:52 – Ya Sin)
Von da an beginnt der Ungläubige, Reue – die größte Reue, die man sich vorstellen kann – zu empfinden.

2. Auferstehung - Der Tod des Universums

2. Auferstehung - Der Tod des Universums

Im Quran wird deutlich gemacht, dass wie alle Lebewesen auch das Universum dem Tod begegnen wird. Nicht nur der Mensch ist sterblich. Alle Tiere und Pflanzen sterben. Selbst die Planeten und Sterne sterben. Der Tod ist das gemeinsame Schicksal von allem, was erschaffen wurde. Durch Allahs Beschluss werden an einem vorherbestimmten Tag alle Menschen, alle Lebewesen, die Erde, die Sonne, der Mond, die Sterne, kurz, die gesamte materielle Welt verschwinden. Im Quran wird dieser Tag der "Tag der Auferstehung" genannt. Dies ist "der Tag, an dem die Menschen vor dem Herrn der Welten stehen''. (Sure 83:6 – al-Mutaffifin)
Wie der Tod des Menschen, so wird auch der Tod des Universums schrecklich und furchterregend sein. Am Tag der Auferstehung werden jene, die vorher keinen Glauben hatten, zum ersten Mal ein intensives Gefühl von Allahs Größe und Macht spüren. Darum ist der Tag der Auferstehung ein Tag von Kummer, Qual, Reue, Schmerz und großer Verwirrung für Ungläubige. Ein Mensch, der den Tag der Auferstehung erlebt, wird von einer ernsten Angst ergriffen werden. Diese unbeschreibliche Angst ist Hunderte male intensiver als alle Ängste, die der Mensch in dieser Welt fühlen kann. Der Quran gibt uns ausführliche Beschreibungen aller Phasen des Tages der Auferstehung. Wie dieses große Ereignis geschehen wird und was den Menschen an diesem Tag widerfährt, wird alles auf eine bemerkenswerte Weise dargelegt.

Der erste Stoß in die Posaune

Der Tag der Auferstehung beginnt, wenn in die Posaune geblasen wird. Dies ist die Ankündigung der vollkommenen Zerstörung dieser Welt und des gesamten Universums und der Anfang vom Ende. Dies ist der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Dies ist der Klang, der ankündigt, dass das Leben dieser Welt für immer ein Ende nimmt und das wirkliche Leben anfängt. Dies ist der Klang, der unbeschreibliche Angst, Schrecken und Verwirrung in den Herzen von Ungläubigen weckt. Dieser Klang verkündet den Anfang schwerer Zeiten für Ungläubige, die sich in die Ewigkeit ausstrecken werden. In Sure al-Muddaththir wird vom Tag der Auferstehung aus der Sicht der Ungläubigen gesprochen:
Denn wenn in die Posaune gestoßen wird, dieser Tag wird ein schwerer Tag sein, kein leichter für die Ungläubigen! (Sure 74:8-10 – al-Muddaththir)
Der Klang der Posaune wird große Angst und Unruhe unter Ungläubigen hervorrufen. Eine kaum wahrnehmbare, undefinierbare Vibration ohne offensichtliche Quelle wird die ganze Welt durchdringen und so werden alle Menschen erkennen, dass "etwas" beginnt. Die Unruhe der Ungläubigen wird zu Panik und Schrecken. Die aufeinander folgenden Ereignisse, die dem Klang der Posaune folgen, werden diesen Schrecken in einem unvorstellbaren Maße steigern.

Die Zerstörung des Universums

Ein großes Beben und eine "ohrenbetäubende Explosion" folgen dem Klang der Trompete. In diesem Moment erkennen die Menschen, dass sie einer schrecklichen Katastrophe gegenüberstehen. Es wird offensichtlich, dass die Welt und das Leben aufhören werden, zu existieren. Darum verliert alles auf der Erde in nur einigen Momenten seinen Wert. Der Klang des Tages der Auferstehung wird genügen, um weltliche Beziehungen unter den Leuten zu brechen. Die Menschen werden an nichts anderes denken, als wie sie entkommen und sich retten können. Angst macht sich breit an diesem Tag und jeder wird sich ausschließlich um sich selbst sorgen:
Und wenn der ohrenbetäubende Schall kommt, an diesem Tage flieht ein jeder vor seinem Bruder und seiner Mutter und seinem Vater und seiner Frau und seinen Kindern. Jeder hat an diesem Tage genug mit sich selbst zu schaffen. (Sure 80:33-37 – 'Abasa)
Nach einem intensiven Beben wirft die Erde all ihre Schätze aus und enthüllt all ihre Geheimnisse, wobei nichts von ihnen mehr irgendeinen Wert haben wird:
Und wenn der ohrenbetäubende Schall kommt, an diesem Tage flieht ein jeder vor seinem Bruder und seiner Mutter und seinem Vater und seiner Frau und seinen Kindern. Jeder hat an diesem Tage genug mit sich selbst zu schaffen. (Sure 80:33-37 – 'Abasa)Wenn die Erde heftig von ihrem Beben erschüttert wird und die Erde ihre Last heraus wirft und der Mensch ausruft: "Was ist mit ihr?", an diesem Tage wird sie ihre Erlebnisse erzählen, wie dein Herr es ihr eingegeben hat. (Sure 99:1-5 – az-Zalzala)
Ein schreckliches Geräusch, dem ein intensives Beben in Verbindung mit abrupten unterirdischen Explosionen folgt, wird alles verwüsten, was der Mensch einst für so wichtig hielt. Die Menschen schätzen beispielsweise ihre Häuser, Büros, Autos oder Felder sehr. Das Lebensziel einiger Leute ist es, einmal ein eigenes Haus zu besitzen. Doch die Wichtigkeit solcher Ziele wird am Tag der Auferstehung gleich Null sein. Materieller Reichtum, dem die Menschen ihr gesamtes Leben widmeten, wird in einer Sekunde verschwinden. Die Ziele eines Menschen, dessen größte Ambitionen es waren, in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, werden wertlos. Ein anderer, der sein ganzes Leben der Macht über sein Land widmete, wird die gleiche schreckliche Situation erfahren. Er wird Zeuge, wie sein Land untergeht... Alles verliert seine Bedeutung ...außer den Dingen, die getan wurden, um Allahs Wohlgefallen zu verdienen. Wie Allah im Quran spricht:
Und wenn das große Unheil eintrifft: An dem Tage, an dem der Mensch an all sein Bestreben erinnert wird und die Hölle anschaulich gemacht wird für den, der (sie) sieht. (Sure 79:34-36 – an-Nazi'at)

Die Zerstörung der Berge

Die Katastrophen, die an diesem Tag geschehen werden, sind jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. Die Berge, die eindrucksvollsten, unerschütterlichsten Strukturen der Erde, werden in Bewegung gesetzt; sie werden von ihren Wurzeln gelöst und zerstört. Selbst ein kleines Erdbeben verschreckt, verängstigt und verunsichert die Menschen zutiefst. Es bringt sie dazu, ihre Häuser zu verlassen und die ganze Nacht draußen auf der Straße zu verbringen. Daher wird die Art von Katastrophe, welche so fürchterlich ist, dass selbst die Berge zerbrechen, unerträglich sein. Im Quran wird das Schicksal der Berge an diesem Tag folgendermaßen beschrieben:
Und wenn in die Posaune gestoßen wird, mit einem einzigen Stoß, und die Erde und die Berge emporgehoben und mit einem einzigen Schlag zerschmettert werden, an diesem Tage wird eintreffen, was eintreffen muss. (Sure 69:13-15 – al-Haqqa)
Wahrlich, der Tag der Entscheidung ist festgesetzt, der Tag, an dem in die Posaune gestoßen wird und ihr in Scharen kommen werdet und der Himmel sich wie ein Tor öffnen wird und die Berge sich bewegen und zur Luftspiegelung werden. (Sure 78:17-20 – an-Naba')
Und wenn die Berge sich in Bewegung setzen, und wenn die hochschwangeren Kamelstuten vernachlässigt werden, und wenn die wilden Tiere sich versammeln. (Sure 81:3-5 – at-Takwir)
Der Tag, an dem die Menschen wie verstreute Motten sein werden und die Berge wie zerpflückte Wolle! (Sure 101:4, 5 – al-Qari'a)
An diesem Tag regiert eine ehrfurchtgebietende und unbegrenzte Macht, die Berge, Felsen, Erde und Steine in die Luft schleudern lässt wie "Berge gleich bunter, zerflockter Wolle". Dann sind die Menschen sich der Tatsache bewusst, dass dies keine "normale Naturkatastrophe" ist. Sie sehen, wie "Mutter Natur", welche sie einst als Götze anbeteten und die sie verantwortlich für ihre eigene Existenz machten, ihre eigene Zerstörung nicht verhindern kann. Jetzt ist die Zeit, den wahren Besitzer dieser Macht kennen zu lernen. Doch ist diese Erkenntnis für sie nun von keinerlei Nutzen mehr. Sie werden von dieser Macht umgeben, über die sie nie wirklich nachgedacht haben. Sie werden Tatsachen, die sie ihr Leben lang zu begreifen nicht in der Lage waren, nun von Angst erfüllt verstehen.
Der Schrecken, der von einer unbegrenzten Macht geschaffen wird, ist für den Menschen unvorstellbar solange er ihn nicht selbst erlebt. Dieser Schrecken umfasst alles existierende, ob lebendig oder unlebendig. Er hat alles unter seiner Kontrolle. Menschen, Tiere, Natur; alles wird unter dieser gemeinsamen Angst zugrunde gehen. Die Berge werden kein majestätisches Bild mehr abgeben, die Ozeane nicht mehr endlos sein und der Himmel wird nicht mehr so fern sein wie in der Vergangenheit. Die Sonne, die Sterne und das gesamte Universum werden von dem Schrecken am Tag der Auferstehung ergriffen. Sie alle ergeben sich ihrem Schöpfer. Während die Berge wie Sandburgen zerfallen, werden der Mensch, unglaublich schwach verglichen mit den Bergen, die Sterne und die Ozeane durch eine Phase großer Zerstörung gehen.

Das Überlaufen der Ozeane

Es ist unmöglich, dass der menschliche Verstand mit seinen gegenwärtigen Erfahrungen sich eine Vorstellung des Schreckens am Tag der Auferstehung machen kann, "...und wenn die Meere überkochen, und wenn gleich zu gleich gesellt werden..." (Sure 81:6, 7 – at-Takwir) und "...wenn die Wasser sich vermischen..." (Sure 82:3 – al-Infitar) Doch die Tatsache, dass diese Zerstörung durch Allahs Macht geschieht, lässt ihr Ausmaß erahnen.

Die Zerstörung des Himmels

Am Tag der Auferstehung wird nicht nur die Erde, sondern auch der Raum und das ganze Universum zerstört werden. Die vorbestimmte Zeit des Sterbens wird auch für den Himmel, den Mond, die Sonne und die Planeten sowie die Erde und alles, was in ihr ist, wie Berge und Ozeane, kommen. Der Quran teilt uns mit:
Das, was euch angedroht ist, trifft wirklich ein. Und wenn die Sterne verlöschen, und wenn der Himmel sich spaltet, und wenn die Berge zerstäuben. (Sure 77:7-10 – al-Mursalat)
Am Tag der Auferstehung werden alle Dinge, denen der Mensch ewige Existenz zuschrieb, zusammenbrechen und schließlich auf ein Nichts reduziert werden. Dies gilt auch wahr dem Himmel. Vom Moment an, an dem ein Mensch in diese Welt tritt, wirkt die Erdatmosphäre für ihn als ein schützendes Dach. Doch am Tag der Auferstehung wird dieses Dach zusammenbrechen und zerfallen. Die Luft und die Atmosphäre, die den Menschen umgeben und ihm Leben mit jedem Atemzug geben, werden "wie geschmolzenes Erz" werden (Sure 70:8 – al-Ma'aridsch) und mit großer Intensität brennen. Die Luft, die die Lungen des Menschen füllt, wird nun kein Leben mehr erhalten, sondern verbrennen.
Ein Vergleich zwischen der menschlichen Angst bei Katastrophen in dieser Welt und dem Schrecken bei den Ereignissen am Tag der Auferstehung kann vielleicht zu einem besseren Verständnis der Furchtbarkeit dieses Tages führen. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind die Katastrophen, die den Menschen am meisten beängstigen. Die Erdkruste, die von einem Erdbeben oder einem Vulkanausbruch aufgebrochen wird, löst in nur einem Moment den normalen Lauf des täglichen Lebens auf. Dies bringt den Menschen dazu, den festen Boden zu schätzen, auf dem er mit Zuversicht lebt.
Trotz allem Leid, das sie verursachen, gehen alle Erdbeben und Vulkanausbrüche irgendwann vorüber. Ein Erdbeben oder ein Vulkanausbruch dauert eine bestimmte Zeit lang. Wunden heilen, Schmerzen werden vergessen, und nach einer Zeit sind sie nur noch schwache Erinnerungen. Doch der Tag der Auferstehung ist weder wie ein Erdbeben noch wie irgendeine andere Naturkatastrophe. Unvorstellbare Zerstörungsakte, die nacheinander geschehen, zeigen, dass alles an einem Punkt angelangt ist, an dem es kein Zurück mehr gibt. Ein unvorstellbares Ereignis, jenseits der menschlichen Phantasie wird passieren: Der Himmel wird gespalten und sich auseinander teilen. Dies ist das Ende aller bekannten "Gesetze der Physik", denen man sein Leben lang vertraut hat. Der Himmel und die Erde, die Tausende von Jahren existierten, werden mit einem Mal von dem zerstört, Der sie konstruierte. Der Tag der Auferstehung, wird, wie im Quran erklärt wird (Sure 82:1-3 – al-Infitar), gekennzeichnet sein durch die Spaltung des Himmels, die Zerstreuung der Planeten, und die Meere, die überschwemmen und überlaufen. Wenn der Himmel aufgerissen wird, wird er "seinem Herrn ergeben sein, wie es ihm gebührt" (Sure 84:1, 2 – al-Inschiqaq).
All die Dinge, denen die Menschen in dieser Welt große Wichtigkeit beimessen, werden aufhören zu existieren. Die Himmelskörper werden einer nach dem anderen sterben: ''Wenn die Sonne in Dunkelheit eingehüllt wird, und wenn die Sterne ihren Glanz verlieren.'' (Sure 81:1, 2 – at-Takwir)
Wenn die Sonne, die Lichtquelle für die Erde seit Millionen von Jahren, zusammengefaltet wird, werden die Menschen erkennen, dass sie einen wirklichen Besitzer hat und dass sie bislang unter Seiner Kontrolle funktioniert und gedient hat. An diesem Punkt werden die Menschen aufhören, die Sternen für unerreichbare, herrliche und mysteriöse Wesen zu halten. Denn an diesem Tag werden sie ausgelöscht werden als seien sie Spielzeuge. Riesige, unerschütterliche Berge werden bewegt werden, unbegrenzte Ozeane werden anfangen, zu kochen. Durch solche Szenen wird der wirkliche Besitzer von allem Sein und aller Macht, Der über allem steht, jedem offensichtlich werden. Die vorbestimmte Zeit wird vorbei sein und die Menschen werden bitterlich von ihrer Achtlosigkeit erwachen, in der sie ihr Leben führten. Der Grund für diese Achtlosigkeit ist die Unfähigkeit des Menschen, die Macht seines Schöpfers zu erkennen, während er noch in dieser Welt war. An diesem Tag aber wird die Identität des wahren Besitzers des Universums und des Lebens deutlich gemacht werden:
Und sie schätzen Allah nicht nach Seiner wahren Bedeutung ein. Aber die ganze Erde ist am Tage der Auferstehung für Ihn nur eine Handvoll. Und die Himmel sind dann in Seiner Rechten zusammengerollt. Preis sei Ihm! (Hoch erhaben ist Er) über das, was sie Ihm beigesellen. (Sure 39:67 – az-Zumar)

Die Situation der Menschen

All die Angst, Furcht und Verwirrung der Ungläubigen am Tag der Auferstehung rührt von ihrer Achtlosigkeit während des irdischen Lebens her. Je achtloser ein Mensch ist, desto größer wird seine Angst an diesem Tag sein. Das Gefühl von Angst und Schrecken, das mit dem Tod beginnt, wird für alle Ewigkeit bleiben. Jedes Ereignis wird eine Angstquelle für die Ungläubigen sein. Jede grauenvolle Situation, in die er gerät, wird auch seine künftigen Ängste nähren. Diese Angst wird derart intensiv sein, dass sie selbst die Haare von Kindern ergrauen lassen wird.
Und wie wollt ihr, wenn ihr ungläubig bleibt, euch vor einem Tage schützen, der Kinder zu Greisen macht? (Der Tag) an dem der Himmel sich spalten wird: So erfüllt sich Seine Drohung! (Sure 73:17, 18 – al-Muazzamil)

Jene, die dachten, Allah wisse über ihre Taten nicht Bescheid, erkennen in diesem Moment, dass Allah ihre Verurteilung bis zum Tag der Auferstehung warten ließ. Dies wird folgendermaßen erklärt:
Meine bloß nicht, dass Allah das Verhalten der Ungerechten unbeachtet lässt. Siehe, Er säumt mit ihnen nur bis zum Tage, an dem die Blicke starr werden. (Sure 14:42 – Ibrahim)
In einem anderen Vers wird die Angst der Ungläubigen folgendermaßen beschrieben:
Das (plötzliche) Verhängnis! Was ist das Verhängnis? Und was lässt dich wissen, was das Verhängnis ist?: Der Tag, an dem die Menschen wie verstreute Motten sein werden und die Berge wie zerpflückte Wolle! (Sure 101:1-5 – al-Qari'a)
Das stärkste Band in dieser Welt sind die Liebe und der Beschützerinstinkt einer Mutter gegenüber ihrem Kind. Doch die Intensität des Tages der Auferstehung wird selbst dieses starke Band brechen. Die Angst hat alles unter ihrer Kontrolle. Der große Schock wird Menschen bewusstlos machen. Verwirrt und panikartig werden sie wie Betrunkene umherlaufen. Was sie dazu bringt, ihr Bewusstsein zu verlieren, ist die Intensität von Allahs Zorn:
O ihr Menschen! Fürchtet eueren Herrn! Denn das Beben der Stunde ist etwas Gewaltiges. An dem Tage, an dem ihr es sehen werdet, wird jede Stillende ihren Säugling vergessen und jede Schwangere eine Frühgeburt haben. Und du wirst die Menschen wie betrunken sehen, obwohl sie nicht betrunken sind. Aber Allahs Strafe ist (nun einmal) streng. (Sure 22:1, 2 – al-Hadsch)

Ein anderes schmerzliches Gefühl außer Angst und Furcht, welches die Menschen an diesem Tag erfahren werden, ist die Verzweiflung. Die Menschheit trifft notwendige Vorkehrungen gegen alle möglichen Katastrophen; gegen das tödlichste Unglück, die mächtigsten Erdbeben, Fluten, Orkane oder den schrecklichsten Atomkrieg. Mann findet Wege, sich zu schützen und baut Zufluchtsstellen. Doch an diesem Tag wird nicht eine einzelne geborgene Stelle übrig bleiben, wo man Zuflucht finden könnte. Es wird keine Hilfe von Allah kommen. Es wird auch keine andere Person oder Autorität geben, die Hilfe bereitstellen könnte. In der Vergangenheit suchte der Mensch Hilfe und Sicherheit durch Wissenschaft und Technologie. Doch alle Gesetze der Wissenschaft werden aufgehoben sein. Selbst wenn hoch entwickelte Technologien es dem Menschen ermöglichen könnten, zum entferntesten Punkt des Raumes zu fliehen, würde Allahs Zorn ihn dort finden. Denn der Tag der Auferstehung wird das gesamte Universum durchdringen. Sowohl die Erde, auf der die Menschen sicher lebten, als auch die entferntesten Sterne, die "trüb werden" einschließlich der Sonne, die "von Dunkelheit eingehüllt wird", werden sich dem Willen Allahs ergeben. (Sure 81:1, 2 – at-Takwir)
Die Verzweiflung, in die die Menschen an diesem Tag fallen werden, wird folgendermaßen beschrieben:
Und der Mond sich verfinstert und Sonne und Mond sich verschmelzen, an diesem Tage wird der Mensch fragen: "Wo finden wir Zuflucht?" Doch nein! Es gibt keine Zuflucht! An diesem Tage endet jede Reise bei deinem Herrn. (Sure 75:8-12 – al-Qiyama)